Chronik der Schützengesellschaft Islikon-Strass
Im 18.-Jahrhundert, in den Jahren 1870-1890, wurden viele Schiessvereine im Kanton Thurgau gegründet.
So schlossen sich auch die Schützen von Islikon und Kefikon zu einem Schiessverein zusammen. Ebenso die Schützen von Strass mit den Weilern Niederwil und Bethelhausen.
Die Schützen von Islikon-Kefikon hatten die Ziellinie vom nördlichen Bergholz in nordwestlicher Richtung zum Rain.
Die Strasser-Schützen schossen vom Aegelsee in südöstlicher Richtung zum Osterhalderberg.
Ein Schützenhaus gab es damals noch nicht. Man baute ein provisorisches Läger im Freien. Die Scheiben wurden aufgesteckt und zur Sicherheit der Zeiger wurde ein Unterstand gebaut. Nach erfolgtem Hornsignal vom Schiessleiter zeigten die Mannen in roten Blusen die geschossenen Werte.
Damals wurde mit dem Vetterligewehr im Kaliber 10.4mm geschossen.
Im Jahre 1889 wurde das Infanteriegewehr, auch bekannt unter dem Namen, 89-er Langgewehr, mit 7.5mm Kaliber und einem 12 Schuss-Magazin eingeführt. Die Schiessresultate wurden damit merklich besser. So konnten die Schützen verschiedene Schützenfeste besuchen. Auch die Eidg. Schützenfeste 1890 in Frauenfeld und 1895 in Winterthur wurden besucht.
Die Schützen von Islikon und Kefikon hatten schon bald Schwierigkeiten mit Ihrem provisorischen Schiessstand. Sie sahen sich nach einem anderen Standort um. Nach verschiedenen Verhandlungen mit der Gemeinde - und der Bügergemeinde Islikon konnte südlich vom Bergholz ein einfacher Scheibenstand errichtet werden und im Steinerbühl ein Stück Land erworben werden. Darauf sollte einmal ein Schützenhaus gebaut werden.
In Strass gab es Reklamationen betreffend Schiessen in Richtung Stadt Frauenfeld und auch sie wollten einmal unter einem Dach schiessen.
So wurden Verhandlungen für einen möglichen Zusammenschluss der beiden Vereine geführt.
Im Jahre 1911 wurde die Vereinigung mit der Gründung der Schützengesellschaft Islikon-Strass beschlossen. Zugleich wurden auch die neuen, entsprechenden Statuten erstellt. Im selben Jahr wurde mit dem Bau eines einfachen Scheibenstandes und eines einfachen Schützenhauses begonnen.
Ebenfalls im Jahre 1911 wurde ein neues Langgewehr, Modell 11, mit 7.5mm Kaliber und 6-Schuss-Magazin eingeführt. Mit dieser Waffe wurde noch besser geschossen und so wollten die Schützen vermehrt schiessen. So wurde in den folgenden Jahren immer mehr der Ruf für eine bessere Schiessanlage laut.
1914 brach dann der Weltkrieg aus und das freiwillige Schiessen wurde zum Teil gänzlich eingestellt. Die Mitglieder der Schützengesellschaft Islikon-Strass waren in den Jahren 1914 -1920 aber nicht untätig. Sie versuchten in vielen Verhandlungen mit den Nachbargemeinden und den Behörden eine Lösung für eine gemeinsame Schiessanlage zu finden. Dies konnte jedoch nicht verwirklicht werden. So beschlossen die Mitglieder der SG Islikon-Strass, selbst eine Schiessanlage (Scheibenstand und Schützenhaus) zu bauen. Die Einweihung fand 1922 statt. Mit einem Bundesbeitrag von 10% für die Zugscheiben-Anlage (8 Scheiben) und vielen Frondienststunden wurden die Kosten niedrig gehalten.
Als im Jahre 1926, durch eine neue Verordnung des Kanton Thurgau, der Militärschiessverein gegründet wurde, ist bei uns der Militärschiessverein entstanden.
1931 wurde das Militär und die Schützen mit einem neuen Karabiner ausgerüstet. Typ: Karabiner 31, Kaliber 7.5mm, 6-Schuss-Magazin. Es hat sich gezeigt, dass mit dieser Waffe noch bessere Resultate geschossen werden konnte.
Zum 25-Jahr-Jubiläum, 1937, wurde ein Jubiläums-Schiessen durchgeführt. Es sollten für die Teilnahme am Eidgenössischen in Luzern (1939) viele Franken für Beiträge an die Schützen in die Kasse fliessen.
1939-1945 wurde es ruhig in den Schützenvereinen. Der unvermeidbare Weltkrieg war ausgebrochen. Die Schiesstätikeit wurde stillgelegt.
Nach dem Friedensschluss besuchten unsere Schützen 1946 das Feldmeisterschaftsschiessen in Frauenfeld.
1957 entstand wiederum eine neue Waffe. Man nannte es Sturmgewehr 57 mit automatischer Lade- und Entlade-Vorrichtung. Das Magazin fasste 24 Schuss und das Kaliber ist immer noch dasselbe, 7.5mm. Der Karabiner 31, das Sturmgewehr 57 und zum Teil auch noch das Langgewehr ist aus den heutigen Schützenkreisen nicht mehr wegzudenken.
Das Jahr 1961 wurde wiederum zu einem Festjahr. 50 Jahre waren die Schützen von Islikon-Strass nun beisammen. Mit einem C-Schiessen und einem grossen Unterhaltungsabend als Abschluss wurde dieses Jubiläum feierlich begangen.
Die alte Fahne hatte 1977 ausgedient. Eine neue, schöne Fahne wurde den Schützen gespendet. Diese Spende wurde bei einem Fahnenweihschiessen mit 2 Stichen und einem grossen Festabend würdig geehrt.
Das 75 jährige Jubiläum 1986 wurde zu einem ganz besonderen Jahr. Dass dieses Jubiläum mit einem grossen Fest gewürdigt wurde, ist ja ganz klar. Ganz besonders freuten wir uns, dass es uns mit vielen Frondienst-Stunden gelungen ist, ein neues, gefälliges Schützenhaus zu bauen. Mit dem Lätareschiessen 1986 hat dieses Haus seine Feuertaufe bestanden. Mit einer Erhöhung des Schiessraumes wurde erreicht, dass durch die Landbesitzer keine unliebsamen Servituten mehr entstehen.
In der 2. Hälfte 1988 wurde der untere Raum zu einer gemütlichen Schützenstube ausgebaut. Die Wände wurden isoliert und hell gestrichen. Ebenso wurde der Boden isoliert und mit Parkett belegt. Eine heimelige Küche mit Kühlbuffet, ein Warmluft-Chemineé (mit den Wappen der Schützen-Gesellschaft) und eine schöne Bestuhlung wurde eingebaut. Anfangs 1989 wurde dieser Raum eingeweiht. Die Schützenstube kann man auch mieten.
Im Jahre 1990 wurde wiederum eine neue Waffe, das Sturmgewehr 90, mit 5.6mm Kaliber und 20 Schuss Magazin eingeführt.
In der kurzen Winterpause 1990/91 machten sich die Schützen der Schützengesellschaft daran, den Scheibenstand umzubauen. So wurden neue Stützmauern und das Dach, soweit nötig, neu betoniert. Zusätzlich wurde die Inneneinrichtung auf 10 Scheiben erweitert. Auch wurde der Scheibenstand zum Schützenhaus neu verkabelt. Das heisst: Es wurden alle Vorbereitungen für elektronische Trefferanzeigen gemacht. Die Einweihung fand anlässlich Ausweichstand des Eidg. Veteranenschiessens 1991 in Frauenfeld statt. Diesem Anlass haben wir es auch zu verdanken, dass wir von den 8 zur Verfügung gestellten elektronischen Scheiben gleich 6 kaufen konnten. Einen grossen Dank geht an den damaligen Kassier, welcher die nötigen Geldmittel in kurzer Zeit beschaffen konnte! So wurden die Zeiger nach dem Eidg. Veteranenschiessen mit bestem Dank "entlassen".
Im Frühjahr 1995 wurde die Treppe im Schützenhaus mit schönen, zweckmässigen Plättli bekleidet. Dies bedeutet eine Erleichterung der Putzarbeit des Schützenhauses und die Betreuer sind dafür sehr dankbar.
1996 wurde ein grosser Aktenschrank angeschafft. Alle Akten vom Neubau Schützenhaus und Umbau Scheibenstand sind nun an einem sicheren und zentralen Ort aufbewahrt.
Im Herbst wurden 2 Laseranlagen angeschafft. Sie dienen für das Wintertraining.
Im Juli 1997 kleideten wir uns mit der neuen Trainerjacke ein.
Im Dezember 1999 installierte unser Anlagewart 2 zusätzliche elektr. Scheiben.
So konnten wir die Schiesssaison 2000 mit 8 Scheiben SA 8800 in Angriff nehmen.
Wir erwarben sie von Wiesendangen.