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Chronik Chronik Die Schützengesellschaft Islikon-Strass feiert ein Jubiläum. 100 Jahre sind verglichen mit der Weltgeschichte eine kurze Zeit; ein Verein aber, der trotz grossen Änderungen in der Gesellschaft auf eine hundertjährige Geschichte zurückblicken kann, darf mit Stolz auf seine Vergangenheit zurückblicken. Wenn man so in alten Akten wühlt, sich in die Geschichte von früheren Zeiten vertieft, stellt man fest, dass sich die Menschen und die Umwelt mehr verändert haben als das Schiessen. Veränderungen gehören aber zum Leben, dies ist aber speziell bei einer Schützengesellschaft stark verbunden mit Vorschriften, Standorten, Schiessanlagen, Wehrhaftigkeit, Bedrohung des Landes, Kameradschaft, Freizeitgestaltung und Menschen. Die Vereine Im ausgehenden 19. Jahrhundert speziell in den Jahren 1870-1890 wurden in ländlichen Gegenden im Thurgau viele Schiessvereine gegründet. Praktisch jede Ortschaft hatte seinen eigenen Verein. Im nördlichen Teil unserer Gemeinde gab es solche Gesellschaften in Kefikon, Islikon und in Strass. Die Schützen von Strass, Niederwil und Bethelhausen schossen vom Egelsee in östlicher Richtung gegen den Osterwalder Hügel. Die Kefiker und Isliker schossen nördlich vom Bergholz in nordwestlicher Richtung zum Rain. Schützenhäuser gab es damals noch keine. Man legte sich direkt auf den Boden oder aber man baute einfache Bretterliegen, bei den Schützen Läger genannt. Beide Schiessplätze wurden aber bald kritisiert, in Strass wegen der Schussrichtung nach Frauenfeld, in Islikon wegen der Örtlichkeit allgemein. So wurde nach neuen Standorten gesucht. Verhandlungen mit politischer Gemeinde und der Bürgergemeinde Islikon führten zu einer Lösung im Steinerbühl/Bergholz. Das führte auch zwangsläufig zu Verhandlungen für Vereinszusammenschlüsse. Das Ergebnis war die Gründung der Schützengesellschaft Islikon-Strass im Jahre 1911. Eine neue Verordnung des Regierungsrates erlaubte ab 1926 die Bildung von Militärschiessvereinen. Diese legten in ihren Statuten fest, dass die Schiesstätigkeit sich auf das absolvieren von Obligatorischem und Feldschiessen beschränken soll. Dies führte auch in unserer Gemeinde zu einer gewissen Abspaltung und Gründung eines Militärschiessvereins Islikon. Schützenhäuser Mit dem Kauf von Land im Steinerbühl sicherte sich der Verein das Recht auf eigenem Grund und Boden ein einfaches Schützenhaus zu bauen. Der Bau des Scheibenstandes auf Boden der Bürgergemeinde Islikon hinten im Berghölzli liess auf eine Dauerhaftigkeit hoffen. Beides hat sich in der Standortfrage bewährt, liess sich ständig ausbauen und anpassen und kann deshalb auf eine hundertjährige Geschichte zurückblicken. Viele Verhandlungen mit Nachbargemeinden und politischen Behörden um eine einzige, zentrale und gemeinsame Schiessanlage zu bauen scheiterte jedoch nach dem ersten Weltkrieg und anfangs der 20-er Jahre am Oertligeist. Die Mitglieder der Schützengesellschaft Islikon-Strass entschieden sich deshalb zu einer eigenen Lösung und erneuerten die Schiessanlage mit einem Scheibenstand mit Zugscheiben und einem richtigen Schützenhaus. Eingeweiht und in Betrieb genommen wurde die Anlage im Jahr 1922. In der Folge erlebte an diesem Standort das Schützenhaus immer wieder kleine Nachbesserungen, Anbauten, bis schliesslich nach dem Endschiessen im Herbst 1976 Pläne für eine Totalerneuerung bewilligt wurden. Die alte Konstruktion wurde aber mit einem leicht vergrösserten Vorbau wieder verwendet und auf einem zusätzlichen, unteren massiven Geschoss wieder aufgebaut. Gewehre Im 19. Jahrhundert schoss man noch mit dem Vetterligewehr und einem 10.4mm Geschoss. 1889 kam das Infanteriegewehr, besser bekannt als Langgewehr, mit einem 12-Schuss Magazin und dem neuen Kaliber 7.5mm. 22 Jahre später kam immer noch mit dem gleichen Kaliber das Langgewehr 11 und 6-Schuss-Magazin in die Armee und damit auch in die Schützenhäuser. Diese Waffe wurde dann durch den Karabiner 31 abgelöst. Eine absolute Neuentwicklung war dann das Sturmgewehr 57. Die Einführung erfolgte in den ersten Jahren nur bei der Infanterie. Es war eine präzise Waffe, die Fahnen Eine Gesellschaft, die etwas auf sich hielt, wollte in Anlehnung an Gottfried Keller’s „Fähnlein der sieben Aufrechten“ auch ein eigenes Banner sein eigen nennen. Die erste Fahne unserer Gesellschaft wurde im Jahre 1931 angeschafft und feierlich eingeweiht. Im Jahre 1977 hatte diese Fahne aber den Dienst getan und in Verbindung mit einem Schiesswettkampf und grossen Festanlass wurde eine neue Fahne angeschafft. Personen Nicht hinter sondern vor jeder Gesellschaft stehen auch Menschen, die traditionell nach demokratischen Prinzipien von den Mitgliedern zum Vorsitzenden gewählt werden. Aber auch darüber hinaus haben diese Persönlichkeiten noch weitere Funktionen in andern Gremien oder politischen Ämtern ausgeführt. Sehr oft war dies auch ein Sprungbrett für Berufungen in übergeordnete Verbände oder gar politische Karrieren. So war Präsident Koni Burgermeister Im Bezirksvorstand langjähriger Aktuar und Präsident. Von 1993 bis 1999 war er Chef Schiesswesen bei der SAT (Sektion ausserdienstliche Tätigkeit) im VBS in Bern und der Schweizerische Schützenverband ernannte ihn 2002 zum Jungschützenchef der Schweiz.
Präsidenten der Schützengesellschaft: Name Wohnort Tätigkeit/Beruf im Amt Strasser Walter Strass Landwirt 1911 - 1913 Huber Johann Niederwil Landwirt 1913 - 1919 Imthurm Theodor Islikon Magaziner 1919 - 1924 Bucher Heinrich Niederwil Landwirt 1924.- 1929 Reimann Jakob Messenriet Zimmermann 1929 - 1932 Herzog Jakob Niederwil Landwirt 1932 - 1937 Frei Gottlieb Islikon Modellschreiner/ 1937 - 1954 Gubler Alfred Strass Landwirt/ 1954 - 1977 Keller Hans Islikon Metzger 1977 - 1985 Burgermeister Konrad Islikon Kaufmann/ 1985 - 1989 Gubler Max Frauenfeld Strassenbaupolier 1989 - 2011 Gubler Kaspar Hohliberg Heizungsmonteur 2011 - Beim Durchblättern alter Akten fällt auf, dass bis nach dem zweiten Weltkrieg offensichtlich eine enge Bindung zum Militär bestand. Im Kantonal- wie auch im Bezirksvorstand wurden in der Regel die Leute noch mit dem militärischen Grad angesprochen. Der Bezirksschiessverband, später Bezirksschützenverband Frauenfeld wurde übrigens 1928 vom initiativen Präsidenten der Kurzdorfer, Hptm Heinrich Baumann und dem Isliker Eugen Wehrli aus der Taufe gehoben. Zu dieser Gründung erhielt im Dezember 1927 Heinrich Baumann von der Siebnerkommission der Stadtschützen Frauenfeld folgenden Brief: Wir bestätigen Ihre Zuschrift betr. Gründung eines Bezirksschiessverbandes Frauenfeld vom 21. Nov. 1927. Die Angelegenheit ist anlässlich unserer letzten Kommissionssitzung des längeren besprochen worden. Unsere Siebnerkommission hat nicht gerade Freude an dieser Neugeburt, da heute schon Schützenvereine und Verbände in grossem Überfluss vorhanden sind. Immerhin wollen wir Ihnen bei dieser Neugründung keine Hindernisse in den Weg legen und unsern Verein an einer Delegiertenversammlung vertreten lassen. Mit Schützengruss Für die Siebnerkommission der Stadtschützen Frauenfeld O. Freyenmuth, Aktuar Da zu jener Zeit auch der Kantonalvorstand nicht viel übrig hatte für die Gründung von Bezirksverbänden, dürfte diese Antwort etwas diplomatisch formuliert gewesen sein. Jubiläen Vereine pflegen im Generationenrythmus von 25 Jahren Jubiläen zu veranlassen. In den Krisenjahren vor dem zweiten Weltkrieg war dies aber nicht ganz so einfach und so fiel das erste 25-jährige erst auf das Jahr 1937. Das 50-jährige ging plangemäss verbunden mit einem Schiesswettkampf im Jahre 1961 über die Bühne. Das 75-jährige zur gleichen Zeit wie die 1.-August-Feier 1986. Historische Schiessen Dank der Initiative junger Mitglieder hat die Schützengesellschaft Islikon-Strass im Thurgau auch bei den traditionellen, historischen Schiessen, wie Gangfischschiessen in Ermatingen und Schwaderlohschiessen in Neuwilen, während zwanzig Jahren einen aktiven Beitrag geleistet. Das im Jahre 1972 erstmals durchgeführte Lätare-Schiessen, in Erinnerung an das Lichterschwemmen in Islikon, immer durchgeführt drei Wochen vor Ostern, galt, obwohl spöttisch auch Winter-schiessen genannt, weit herum für viele Sportschützen als Start in die neue Schiesssaison. Scheiben Von der handgezeigten Fünfer zur Zehner- und Hunderterwertung bis hin zur Elektronik hat der Scheibenstand im Berghölzli die Fortschritte der Technik der letzten 100 Jahre durchlebt. 1991 wurden sechs elektronische Scheiben vom Typ Sius Ascor 8800 montiert und 1999 mit zwei zusätzlichen vom gleichen Typ ergänzt. Der natürliche Kugelfang wurde mit grosser finanzieller Unterstützung der Gemeinde 2008-2010 saniert und durch einen künstlichen ersetzt. Wie immer bei baulichen Massnahmen konnte diese umweltfreundliche Lösung auch mit viel Frondienstarbeit der Vereinsmitglieder in einem finanziell verantwortbaren Rahmen gehalten werden. Nachwuchs- und Jungschützenausbildung Ein Verein ohne Jugend ist ein sterbender Verein. Dieser Maxime hat die Schützengesellschaft Islikon-Strass in den letzten Jahren ganz besondere Beachtung geschenkt. So wird jedes Jahr ein Jungschützenkurs für die 17 bis 20-jährigen durchgeführt. Bereits seit 2001 werden aber unter der Leitung von Heini Gubler Nachwuchskurse für 10 bis 16-jährige angeboten. Die Teilnehmerzahl von 12 bis 16 Schützen pro Jahr darf sich für einen Landverein sehen lassen. Der Jungschützenkurs unter der Leitung von Thomas Meier weist jährliche Teilnehmerzahlen von fünf bis acht Schützen aus. Besonderen Dank Für unsere Vereinskasse betätigten wir uns als Helfer an verschiedenen Grossanlässen wie Open-Air oder Ostermontag-Motocross sehr stark. Durch diese Helfereinsätze, in einem Jahr der Höchstbetrag von Fr. 28‘000.-, in bar und nur in Form von Ein- und Zweifränklern, konnte unser Kassier immer sehr gute Zahlen ausweisen. Beim Transport des Geldes zur TKB musste sogar ein Rucksack dran glauben. Solche Aktionen und gemeinsame Einsätze halten einen Verein zusammen, es braucht aber auch eine Person, die so grosse Helfereinsätze organisiert. An dieser Stelle sei unserem abtretenden Präsidenten Max Gubler recht herzlich und ganz besonders gedankt. Dieser Dank gilt aber auch allen unsern treuen Helfern. Wir dürfen heute stolz sein auf unsere geleisteten Frondienststunden, denn nur dank diesen ist die Schiessanlage auf dem neuesten Stand der Technik um das Jubiläumsschiessen 2011 durchzuführen. SG/I-S/kobu |